Mit Krabat Hoywoy retten

Täglich eine gute Nachricht für Wojerecy, die sorbische Seite von Hoyerswerda.

Gestern konnte ich die Botschaft der sächsischen Sorbenratsvorsitzenden aus den sorbischen Medien weitertragen, dass die Sprach-Schaltstelle für Unterstützung des Sorbischen im öffentlichen Raum nach Hoywoy kommt (s. letzten Post). Heute teile ich die Botschaft der Lausitzer Rundschau über ein neues ideenreiches Bündnis, das Krabat zum sympathischen Schirmherrn eines aufblühenden familienfreundlichen Hoyerswerda machen will.

So wie es uns freut, das Servicebüro des sorbischen Kommunalprogrammes im Domowina-Haus in Hoyerswerda willkommen heißen zu dürfen, so erfreut uns die Aussicht auf einen in der Hauptstadt des neuen Seenlands omnipräsenten sorbischen Zauberer und Lausitzer Weltverbesserer. Schließlich arbeiten wir zusammen mit der Krabatmühle an einem sorbischen Zentrum für Kinder und Jugendliche in Schwarzkollm, einem Ortsteil von Hoyerswerda.

Der historische Krabat, Herr Šatović, ließ sich wegen seiner Zuneigung zur sorbischen Sprache in unserer Region nieder. Für drei Viertel aller Teilnehmer aus dem Raum Hoyerswerda an einer Befragung des sorbischen Dachverbandes Domowina sind Erhalt und Entwicklung der Sprache das Wichtigste bei der Pflege sorbischer Identität. Bei allem Respekt vor schönen Trachten und kunstvollen Eiern: Sie kommen erst danach 😊. Und gehören mit dazu.

Wenn Krabat nun Hoyerswerda rettet, braucht uns also um die Zukunft des Sorbischen nicht bange zu sein.

https://m.lr-online.de/lausitz/hoyerswerda/das-ziel-hoyerswerda-wird-familienstadt_aid-37304323?pgnr=0

Kohlekommission gibt dem Sorbischen Rückenwind

Zu den Auswirkungen des Endberichts der Kohlekommission auf das Leben der Sorben im Lausitzer Revier erklärt der Vorsitzende des Regionalverbandes Hoyerswerda der Domowina, Marcel Braumann:

„Die Kohlekommission gibt der sorbischen Sprache und Kultur Rückenwind. Sie hat erkannt und festgeschrieben, dass die sorbische Tradition auch ein starkes Potenzial für die Zukunft einer attraktiven Region ist.

Mit der dem Endbericht beigefügten Maßnahmen-Liste erhöhen sich die Chancen für eine beschleunigte Realisierung der vom Domowina-Regionalverband Hoyerswerda vorgeschlagenen Institutionen: Ein Gesamtlausitzer Sorbisch-Zentrum für Kinder in der Krabatmühle Schwarzkollm und eine sorbische Sprachschule für Erwachsene in Hoyerswerda.

Das Schicksal von Proschim / Prožym, das sich in unserer unmittelbaren Nachbarschaft befindet, berührt uns weiterhin sehr. Die Domowina war nie für einen überstürzten Kohleausstieg; dass aber jetzt noch ein Dorf wegen der Kohle abgebaggert werden könnte, ist eine schwer erträgliche Vorstellung.“

Zur Information: Der sorbische Dachverband Domowina hatte zusammen mit der Zukunftswerkstatt Lausitz im September letzten Jahres eine eigene Strukturkonferenz veranstaltet und der Kohlekommission im Rahmen der sogenannten Revierfahrt am 11. Oktober 2018 seine Vorschläge unterbreitet. Sie finden sich jetzt auch in einer Projekteliste, die dem Endbericht der Kohlekommission beigefügt ist. Dazu gehören z.B. eine Schule für obersorbische Sprache und Kultur nach dem Beispiel der Niederlausitzer Sprachschule in Cottbus für die Erwachsenenbildung. Ebenso ein Netzwerk für regionales Identitäts- und Sprachmanagement. Der Endbericht selbst stellt fest, dass „im Lausitzer Revier die Förderung von Sprache, Kultur und Identität des Volkes der Sorben und Wenden“ mit einzubeziehen ist. Dabei gehe es insbesondere um „die kulturellen Traditionen sowie die Lebensqualität“ einer attraktiven Region. Die Empfehlungen der Kommission sollen noch 2019 in einem Maßnahmengesetz verankert werden, das die Grundlage der Finanzierung schafft. (Auszüge aus der Mitteilung des Domowina-Vorsitzenden David Statnik vom 26.1.2019).

Zur abweichenden Stimme in der Kohlekommission wegen des weiterhin ungewissen Schicksals des Ortes Proschim / Prožym:

https://www.lr-online.de/lausitz/spremberg/hannelore-wodtke-aus-welzow-lehnt-beschluss-der-kohle-kommission-ab_aid-35893347

Dem Regionalverband „Handrij Zejler“ Hoyerswerda des sorbischen Dachverbandes Domowina gehören zurzeit ca. 800 Mitglieder in 20 Vereinen und Gruppen an.

Domowina-Regionalverband Hoyerswerda (župa “Handrij Zejler” Wojerecy)

Marcel Braumann, Vorsitzender (župan)

Dresdner Straße 18

02977 Hoyerswerda

marcel(at)piwarc-hamburgski.de

DOMOWINA – Bund Lausitzer Sorben

www.domowina.de

Sorbisch-Zentrum in Krabat-Mühle!

Lausitzer Rundschau aktuell über den Vorschlag des Hoyerswerdschen Župan (Regionalvorsitzender) des sorbischen Dachverbandes Domowina, also vom Autor dieses Blogs 😊, ein neues Gesamtlausitzer sorbisches Zentrum in der legendären Krabat-Mühle Schwarzkollm anzusiedeln, der natürlich mit dem Geschäftsführer vor Ort abgestimmt ist:

https://m.lr-online.de/lausitz/hoyerswerda/sorbisch-zentrum-an-der-muehle_aid-35504949

Kein Bautzener Zentralismus auf Kosten von Hoywoy!

Auf Antrag des Domowina-Präsidiumsmitglieds Marcel Braumann, der auch Vorsitzender (župan) des Regionalverbandes (župa) Hoyerswerda der sorbischen Dachorganisation ist, befasst sich deren Bundesvorstand am Freitagabend auf seiner regulären Sitzung in Crostwitz mit einer umstrittenen Entscheidung des Stiftungsrats der „Stiftung für das sorbische Volk“ (Załožba za serbski lud). Er hatte neulich beschlossen, das Areal der Alten Posthalterei in Bautzen für die Umsiedlung des Sorbischen Instituts und gegebenenfalls weiterer sorbischer Institutionen übernehmen zu wollen.

Dazu erklärt Marcel Braumann, Vorsitzender des Domowina-Regionalverbandes Hoyerswerda:

Es geht nicht vorrangig um die Frage, ob Ankauf und Sanierung denkmalgeschützter Ruinen, die niemand haben wollte, eine Schnapsidee ist – dies zu beurteilen ist Sache der Bau- und Fördermittelexperten. Sondern es geht darum, wofür Millionen Euro „sorbischer Gelder“ aus Steuermitteln ausgegeben werden.

Gerade erst hat der Sächsische Landtag die Staatsregierung beauftragt, mit dem Bund und Brandenburg über die künftige Stiftungsfinanzierung zu verhandeln. Bei den bisherigen gemeinsamen Beratungen der Vertreter führender sorbischer Gremien haben wir dafür klare Prioritäten formuliert: die Förderung sorbischer Sprachräume in den unterschiedlichen Regionen der Lausitz. Damit ist die mit diesem Beschluss beabsichtigte Fortsetzung des „Bautzener Zentralismus“ unvereinbar.

Hoyerswerda ist Gründungsstadt des sorbischen Dachverbandes, geographisches Zentrum der Lausitz und Sieger in der Kategorie „Städte“ beim Wettbewerb „Sprachenfreundliche Kommune – die sorbische Sprache lebt“, an dem sich Bautzen nicht einmal beteiligt hat. Es ist daher aus Sicht der Sorben in unserer Region klar: Wir wollen als Unterstützung der sorbischen Community in und um Hoywoy im Ergebnis der notwendigen Neuausrichtung des Stiftungs-Fördersystems den Standort einer sorbischen Institution bekommen. Bisher ist die Region Hoyerswerda ein weißer Fleck auf der Karte der sorbischen Institutionen.

Deshalb dürfen jetzt keine Fakten auf Kosten der künftigen Entwicklung des sorbischen Lebens in der Region Hoyerswerda geschaffen werden. Es ist mir wichtig, dass wir über diese strittige Frage am Freitag unmittelbar vor der Neuwahl der sorbischen Stiftungsräte aus Sachsen offen mit interessierten Gästen aus der sorbischen Community diskutieren. So haben auch die Kandidatinnen und Kandidaten Gelegenheit, in dieser Sache Farbe zu bekennen. Denn der umstrittene Beschluss darf nicht das letzte Wort sein!