Habe heute unreines Bier getrunken. „Desperados“ mit Tequilageschmack. Zwei Flaschen. Zur Einweihung von Iwans Kamenzer Genossenschaftswohnung. Ein geiler Geschmack.

Reinheit ist ein zwiespältiges Ideal. Sprachliche Reinheit, solange sie nicht zum Purismus degeneriert, dient der Gedankenschärfe. Mit Denglisch kommt man nicht auf den Punkt, mit einem germanisierten Sorbisch auch nicht.

Ein Körper möge nicht stinken, Ästhetik im Outfit schadet auch nicht, aber rein sollte er bitte nicht sein. Die katholische Kirche schafft das Paradox, Jungfräulichkeit zu verherrlichen und auf der „Auferstehung des Fleisches“ zu beharren.

Zu den Spitzen-Skurrilitäten der Menschheitsgeschichte gehörte der traditionelle Brauch in den monotheistischen Weltreligionen, das Natürlichste für unrein zu erklären und ihm die Befreiung zur Reinheit per Eheschließung zu versprechen. Dass der universale Logos diese Idee inspiriert hat, halte ich für unglaubwürdig.

Reinrassige Züchtungen sind latent Pflegefälle, man vergleiche Rasse- mit Hauskatzen. Ganz zu schweigen von den kunstvollen Qualkompositionen mancher zurechtgezüchteten Hunde. Die leichtfüßige Souveränität ist eher eine Eigenschaft der Gemischten.

Also, Prost mit „Desperados“. Aber bitte nicht mit Whisky-Cola 😉.

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