Ehe für alle – der Vorschlag klingt keck und lässt dennoch den entscheidenden Qualitätssprung vermissen:

Ein Bund zwischen Menschen – und so wurde es in Frankreich eingeführt, allerdings nur für jeweils zwei Leute – ist von Staats wegen unterstützungswürdig, weil sie Verantwortung füreinander übernehmen. Also ein Stück der gesamtgesellschaftlichen Solidarität privat übernehmen. Nur das ist streng genommen eine öffentliche Angelegenheit.

Wer wen liebt oder mit wer mit wem regelmäßig oder sporadisch schläft, ist eine rein private Angelegenheit. Jedenfalls wenn man die Geschichte der Aufklärung konsequent zu Ende denkt.

Das bedeutet aber: Neben den klassischen Paaren ist auch eine Clique junger Männer, die weder Freundin noch Geliebten haben und sich ohne sexuelle Hintergedanken im Alltag beistehen, ebenso ein staatlich schützenswerter Bund wie die Gruppe verwitweter Freundinnen, die vielleicht sogar eine WG bilden und sich in guten wie schlechten Tagen wechselseitig unterstützen.

Beide Zielgruppen, die sich schon aus dem sogenannten Männer- bzw. Frauenüberschuss im unterschiedlichen Alter ergeben und mir spontan einfallen, sollten neben anderen Verantwortungsgemeinschafts-Mitgliedern mitgedacht werden. Eine Ehe wiederum, die so weit gütergetrennt ist, dass sie eben keinen Solipakt mehr darstellt, sollte dagegen schlechtergestellt werden.

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