Vor zwei Monaten kam ich auf die verrückte Idee, zum Vater in Nordsyrien per WhatsApp Kontakt aufzunehmen. Denn hinter jedem allein gekommenen #refugee steht eine Familie irgendwo. In diesem Fall 3400 Kilometer entfernt, 37 Autostunden (in Friedenszeiten), 29 Tage Fußmarsch, weiß Google-Maps.

Der Glaube an den Google-Translater verbindet Herrn M. in Qamischli und mich im Dorf zwischen Bautzen und Hoyerswerda. Während ich gemütlich per WLAN versende, muss Herr M. aufs Dach seines Hauses steigen, wo er mit etwas Glück einmal die Woche übers türkische Netz Verbindung ins Internet herstellen kann.

Einen Tag vor Weihnachten schrieb er jetzt dies, wobei die Kinder zwei junge Männer von 24 und knapp 21 Jahren sind. Ich habe Hochachtung vor diesem kurdischen Trucker-Fahrer, der sich beruflich immer wieder etwas Neues ausdenkt, wenn der Krieg wieder ein Arbeits- bzw. Geschäftsmodell kaputtgemacht hat.

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