Ich bin keine Marke. Und will auch keine sein. Der Glaube an die Pflege der eigenen Marke durch die Selbstinszenierung in sozialen Netzen ist das Vertrauen in Strohfeuer. Das ist, um ein nerviges Modewort auszuleihen, nicht nachhaltig. Bekannte Ein-Person-Marken Sachsens, die durch unentwegtes Posten rund um die Uhr ihre spezielle Marke pflegten, fanden bisher immer noch durch Krankheit oder Berufswechsel zum Ausstieg aus dieser Tretmühle. Fazit: Das Leben als Marke hält keiner lange durch, was im Einzelfall wegen des Unterhaltungswertes schade ist.

Die Sehnsucht nach Persönlichkeiten wächst ständig, gerade weil wir durch individuelle Marken-Kommunikation zugeschüttet werden. Was macht den Menschen aus? Hier eine Prise Verschrobenheit, da ein Hauch Irrationalität, hier ein Schlag Verwegenheit, dort ein wenig anrührende Schüchternheit. Wenig davon ist in den sozialen Netzen in erwähnenswertem Umfang zu finden.

Marken sind meistens langweilig. Es sei denn, sie sind Kult. Wie meinetwegen mal für viele Leute Apple, I-Phone und solche Sachen. Man sollte sich selbst, ein Siebenmilliardstel der Menschheit, nicht für zu wichtig nehmen, der Status des humanen Kultobjektes ist nur wenigen gegeben. Zur Legende werden noch weniger, denn der Übergang zwischen Verklärung und Vergessen ist fließend. Pflegen wir also beherzt unsere Eigentümlichkeiten, natürlich so, dass wir uns damit nicht zu sehr auf die Nerven gehen. 😉

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