Gibt es Schnittmengen zwischen Rechts und Links etwa bei der Kritik an Freihandelsabkommen? Eine solche Annahme wäre etwa so abwegig wie die Behauptung, ein linker Bürgermeister, der sich für den Bau eines Autobahn-Teilstücks einsetzt, bewege sich punktuell in der politischen Tradition Adolf Hitlers, weil der ja Autobahnen bauen ließ.

Was ist denn „links“ im Wesentlichen? Der Überzeugung sein, dass die materiellen und ideellen Werte allen Menschen überall zustehen. Daraus ergibt sich bei aller Unterschiedlichkeit der Personen eine prinzipielle soziale Gleichheit der Menschen. Immer und überall. Der „Rechte“ dagegen pflegt eine Ideologie der prinzipiellen Ungleichheit. Man muss nur lesen und zuhören, was aus den Reihen der AfD vergleichend über Einheimische und Geflüchtete ausgesagt wird. Und das gilt ebenso für die Rechte in anderen Ländern.

Ich bin ein großer Fan der griechischen Antike. Platons „Gastmahl“, 416 v.u.Z. entstanden, ist bis heute ein unübertroffenes Konzentrat diskursiver Weisheit. Dennoch fehlte den damals diskutierten Werten der Resonanzboden: Der Kreis der Freien, die über die Liebe disputierten, war von Sklaven umgeben. Dieses „Innen“ und „Außen“ hat das linke Denken hinter sich gelassen.

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