Zwischen der Anfrage per Anruf und der Unterschrift in der Fraktionsgeschäftsstelle lagen gerade mal 24 Stunden. So hat der Bereich Öffentlichkeitsarbeit der Linksfraktion im Sächsischen Landtag seit gestern und bis Weihnachten einen ausgebildeten palästinensischen Fernsehjournalisten als Praktikanten.

Der 27-Jährige ist erst seit Juni in Deutschland und wohnt in einem Asylheim im Osterzgebirge. Neben seinem Deutschkurs soll er planmäßig ein Praktikum machen, doch die vereinbarte Praktikumsstelle zerschlug sich im letzten Moment völlig unerwartet. Seine Bildungsbetreuerin ging daher kurzerhand in Dippoldiswalde ins Bürgerbüro unserer Abgeordneten Verena Meiwald, und so kam es zum Anruf in meinem Büro – und dem schon erwähnten Ergebnis.

Auch das sächsische Parlament gehört als Gesetzgeber zur politischen Bürokratie, muss doch alles, was in diesem Haus geschieht, rechtlich genau überprüfbar sein. Das ist im Alltag lästig, aber wahrscheinlich ein verlässlicher Regelmechanismus wider Willkür und Korruption. Doch wenn man wirklich will, dann kann man bisweilen erstaunlich schnell vieles möglich machen.

Mir gefällt es, dass ich fortan einen Kollegen habe, der in Wort und Schrift des Arabischen mächtig ist. Außerdem kann ein Vergleich der Methoden, mit denen in Gaza und Dresden politische Nachrichten gemacht werden, nur klüger machen. In diesem Sinne auf gute Zusammenarbeit und: السلام عليكم !

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